SAP Datenqualität in der Projektplanungsphase
In vielen SAP-Projekten fällt eine Entscheidung sehr früh – oft ohne dass sie bewusst getroffen wird.
Es geht darum, wie mit den bestehenden Daten umgegangen wird.
- Welche Daten sollen übernommen werden?
- In welcher Qualität?
- Und wer entscheidet das eigentlich?
Aus unserer Projektpraxis wissen wir: Wenn diese Fragen in der Projektplanung nicht sauber geklärt werden, tauchen sie später wieder auf. Im Test. Beim Cut-over. Oder nach dem Go-Live – dann meist unter spürbarem Zeitdruck.
Datenqualität ist deshalb kein technisches Detail. Sie entscheidet darüber, ob ein Projekt ruhig und stabil durchläuft – oder ob Aufwand, Kosten und Risiko unnötig steigen.
Warum Datenqualität in Projekten scheitert
In der Projektplanung wird Datenqualität häufig als gegeben angenommen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil sie schwer greifbar ist.
Daten sind über Jahre gewachsen, unterschiedlich genutzt und oft mehrfach interpretiert worden. Was für den einen Fachbereich ausreichend ist, gilt für den nächsten bereits als kritisch.
Gleichzeitig fehlt in dieser Phase oft die Zeit, diese Unterschiede sauber aufzulösen. Entscheidungen werden vertagt, Annahmen übernommen, Verantwortung bleibt unklar.
Das funktioniert eine Zeit lang. Bis die Daten im Test erstmals wirklich gebraucht werden – und plötzlich Fragen auftauchen, die eigentlich längst hätten beantwortet sein sollen.
Datenqualität ist eine Managemententscheidung
Wenn über Datenqualität gesprochen wird, landet das Thema schnell bei der IT. Bei Bereinigung, Regeln, Prüfungen oder Tools.
In der Praxis greifen diese Ansätze oft zu kurz. Nicht, weil sie falsch sind – sondern weil sie die eigentliche Frage nicht beantworten. Denn Datenqualität bedeutet nicht, Daten „schön zu machen“. Sie bedeutet, Entscheidungen zu treffen:
- Welche Daten werden wirklich gebraucht?
- In welcher Tiefe?
- Und für welche Prozesse?
Diese Entscheidungen lassen sich nicht vollständig delegieren. Sie betreffen das Geschäftsmodell, die Prozesse und die Verantwortung im Unternehmen.
Deshalb sollten sie in der Projektplanung bewusst getroffen und klar zugeordnet werden.
Nicht später, nicht implizit – sondern nachvollziehbar und verbindlich.
Erst auf dieser Basis kann Datenqualität strukturiert umgesetzt werden.
Und erst dann wird aus einem technischen Thema eine belastbare Grundlage für stabile Prozesse.
Unser Ansatz in der Projektplanungsphase
In der Projektplanungsphase geht es nicht darum, jedes Detail vorwegzunehmen. Es geht darum, früh Orientierung zu schaffen und die richtigen Entscheidungen vorzubereiten.
Viele Projektverantwortliche stehen in dieser Phase vor der gleichen Situation: Die Datenlandschaft ist komplex, die Zeit begrenzt, und nicht alle Fragen lassen sich sofort beantworten.
Das ist normal. Entscheidend ist, wie mit dieser Unsicherheit umgegangen wird.
Unser Ansatz setzt genau hier an.
Wir helfen dabei, aus einer unübersichtlichen Ausgangslage eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu machen – ohne operative Hektik und ohne vorschnelle Festlegungen.
Dazu betrachten wir die bestehende Datenlandschaft gemeinsam mit IT und Fachbereichen. Nicht mit dem Ziel, sofort zu bewerten oder zu bereinigen, sondern um Transparenz zu schaffen:
- Welche Daten werden heute tatsächlich genutzt?
- Wo bestehen fachliche Abhängigkeiten?
- Und an welchen Stellen sind Entscheidungen erforderlich, bevor das Projekt weiter voranschreitet?
Auf dieser Basis werden Qualitätsanforderungen definiert, die zum Projekt und zu den Prozessen passen. Nicht als theoretisches Zielbild, sondern als bewusste Entscheidung, die Orientierung gibt und Planung ermöglicht.
So entsteht früh eine Klarheit, die es erlaubt, Datenmigration realistisch zu planen, Risiken einzuordnen und Verantwortung nachvollziehbar zuzuweisen – noch bevor Zeitdruck entsteht.
Sicherheit in der Steuerung. Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit
Auf IT-Seite schafft eine früh geklärte Datenqualität vor allem Sicherheit. Sicherheit darüber, dass zentrale Annahmen belastbar sind. Dass Risiken bekannt sind, bevor sie wirksam werden. Und dass Entscheidungen nicht unter Zeitdruck nachgeholt werden müssen.
Das erleichtert die Steuerung des Projekts spürbar.
Tests werden stabiler, Abstimmungen klarer, und der Cut-over wird planbarer.
In der Zusammenarbeit mit dem Einkauf entsteht Verlässlichkeit. Leistungsumfang, Vorgehen und Verantwortlichkeiten sind früh geklärt. Das reduziert Unschärfen, vereinfacht Abstimmungen und senkt das Projektrisiko.
Entscheidend ist dabei nicht die Perspektive einzelner Rollen. Sondern eine gemeinsame Grundlage aus klaren, nachvollziehbaren Entscheidungen in der Projektplanung.
Wann unser Ansatz sinnvoll ist – und wann nicht
Unser Ansatz richtet sich an Projekte in der frühen Phase.
Dort, wo noch Gestaltungsspielraum besteht und Entscheidungen vorbereitet werden können.
Er ist sinnvoll, wenn Datenqualität bewusst eingeordnet werden soll – bevor Zeitdruck entsteht und Optionen verloren gehen.
Weniger geeignet ist dieser Ansatz, wenn Entscheidungen bereits gefallen sind oder Datenqualität erst kurz vor Test oder Go-Live thematisiert wird.
In solchen Situationen stehen andere Fragestellungen im Vordergrund.
Nächster Schritt in der Projektplanung
Wenn Sie sich in der Projektplanung befinden und einordnen möchten, welche Rolle Datenqualität in Ihrem Vorhaben spielt, klären wir das gerne gemeinsam in einem strukturierten Gespräch.
Ziel ist keine schnelle Lösung, sondern eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte im Projekt.