Kann eine Projektsanierung auch schnell gehen?
Die kurze Antwort lautet: ja. Ein SAP-Projekt zu retten ist keine Frage von Monaten – entscheidend ist, an der richtigen Stelle anzusetzen. Eine Projektsanierung kann deutlich schneller wirken, als die meisten erwarten. Was eine Sanierung in die Länge zieht, ist selten die Gründlichkeit. Es ist die lange, rückwärtsgewandte Ursachenforschung und die stille Suche nach Schuldigen. Beides kostet Wochen und bringt ein Projekt keinen Schritt näher an die Steuerbarkeit.
Geschwindigkeit entsteht nicht durch mehr Ressourcen, sondern durch die zügige Klärung der Governance – die Herstellung flüssiger Kommunikations- und Entscheidungswege. Ein Projekt, das die Kontrolle verloren hat, braucht keine monatelange Untersuchung. Es braucht klare Entscheidungsstrukturen – und die lassen sich in Tagen wiederherstellen, nicht in Quartalen.

Warum schnell überhaupt möglich ist
Der Engpass in einem festgefahrenen Projekt ist fast nie die Analyse. Er ist die Entscheidungsfähigkeit. Wenn niemand mehr klar sagt, wer was entscheidet, entstehen Stillstand, Doppelarbeit und endlose Lenkungsausschuss-Runden mit denselben offenen Punkten. Genau dieser Engpass lässt sich gezielt und schnell auflösen – ohne vorher jeden Fehler der vergangenen Monate zu rekonstruieren.
Die entscheidende Verschiebung: weg von der Frage „Wer hat was falsch gemacht?“ hin zu „Was blockiert uns jetzt konkret, und wer entscheidet was bis wann?“. Ursachen werden dabei nicht ignoriert – sie werden nur zügig geklärt statt forensisch seziert. Das ist der Unterschied zwischen einem Turnaround und einem Gutachten.
Dieser Weg wirkt zunächst unorthodox. Doch die Erfahrung – gestützt durch das Feedback unserer Kunden – zeigt: Der Durchbruch entsteht genau in dem Moment, in dem ein Team bewusst etwas anderes tut, statt im bisherigen Modus weiterzumachen.
Das Werkzeug: ein Workshop der Key-Player
Der schnellste Hebel ist eine gezielte Krisenintervention: die tatsächlichen Entscheidungsträger für ein bis zwei fokussierte Tage an einen Tisch zu bringen – Projektsponsor, IT-Leitung, die Verantwortlichen der betroffenen Fachbereiche und der Implementierungspartner. Nicht die Stellvertreter, nicht das erweiterte Gremium – die Menschen, die wirklich entscheiden können.
Ziel dieses Workshops ist kein Statusbericht und keine Retrospektive. Ziel sind belastbare Ergebnisse: geklärte Verantwortlichkeiten, priorisierte Blockaden, verbindliche nächste Schritte und eine tragfähige Governance-Struktur. Am Ende des zweiten Tages weiß jeder im Raum, wer was bis wann entscheidet.
Das Besondere daran: Dieser Workshop ist keine weitere PowerPoint-Präsentation und keine weitere Problemdiskussion. Es geht um die Verbindungen im Team, um den Aufbau von Vertrauen und darum, sich gegenseitig wieder in die Verantwortung zu nehmen.
Die Moderation: lösungsfokussiert statt rückwärtsgewandt
Damit ein solcher Workshop in kurzer Zeit trägt, kommt es auf die Moderation an. Wir arbeiten mit lösungsfokussierten, systemischen Gesprächstechniken – unter anderem aus dem NLP –, die darauf ausgelegt sind, schnell Klarheit zu schaffen, statt Konflikte zu vertiefen:
- Zielorientierung statt Problemkreisen: Zu Beginn wird ein konkretes, überprüfbares Zielbild formuliert – woran erkennen alle, dass das Projekt wieder steuerbar ist? Das gibt der ganzen Runde eine gemeinsame Richtung.
- Präzise Fragetechnik: Vage Aussagen wie „Die Kommunikation läuft schlecht“ werden konkretisiert und in klare Vorgehensschritte übersetzt. Aus Nebel werden Verständnis und Arbeitspakete.
- Reframing: Festgefahrene Schuldzuweisungen werden durch ein gemeinsames Zielbild ersetzt.
- Rapport und Neutralität: Eine unabhängige Moderation nimmt Druck aus dem Raum und schafft eine Atmosphäre gegenseitiger Achtung, in der offen gesprochen werden kann.
Der Effekt: Die Ursachen der Blockade treten in den Hintergrund und werden durch einen klaren Zielfokus ersetzt. Wochenlange Ursachenforschung wird durch neue Governance und Struktur schlicht überflüssig.
Was der Sanierungsturbo ist – und was nicht
Den Turbo zünden
Der eigentliche Turbo einer Sanierung ist eine neue Denk- und Arbeitsweise. Sinngemäß gilt der bekannte Gedanke: Ein Problem lässt sich nicht mit demselben Denken lösen, das es geschaffen hat. Genau darum geht es – raus aus der Sackgasse und zurück in die Leistungsfähigkeit.
Das bedeutet auch: Eine seriöse Sanierung gelingt selten mit klassischen Managementmethoden allein. Diese sind nicht falsch, aber sie reichen nicht aus. Ein festgefahrenes Projekt braucht zuerst wiederhergestellte Beziehungen und Entscheidungsfähigkeit – erst dann greifen die gewohnten Steuerungsinstrumente wieder.
Den Turbo abwürgen
Aus der Praxis von Oliver Bernhard: Vor einigen Jahren war ich selbst Berater in einem Projekt, das zum Sanierungsfall wurde. Es begann mit kleineren Problemen. Dann hörten die Kollegen auf, Fragen zu stellen; jeder versuchte nur noch, sich wegzuducken. Das Programmmanagement beauftragte einen Berater damit, die Probleme des Projekts einzusammeln. Diese Ursachenforschung endete in unvollständigen Listen, die Themen und Schuldige benannten. Der Ansatz machte aus überschaubaren Projektproblemen eine vollständige Eskalation: Das Projekt wurde gestoppt – zurück blieben Investitionen ohne Ergebnis, frustriertes Personal und eine denkbar schlechte Stimmung.
Was „schnell“ realistisch bedeutet
Ehrlich bleibt: Ein solcher Workshop macht ein Projekt nicht über Nacht fertig. Er stellt die Steuerbarkeit wieder her – und das ist die Voraussetzung dafür, dass alle folgenden Schritte überhaupt greifen. Die Governance-Klärung selbst gelingt in Tagen bis wenigen Wochen. Was danach kommt, ist strukturierte Umsetzung entlang der projektrettenden Sofortmaßnahmen. Aber der erste, oft blockierte Schritt – wieder handlungsfähig werden – ist genau der, der am schnellsten gelingt.
Ihr SAP-Projekt steht, weil niemand mehr klar entscheidet? Als gezielte Krisenintervention retten wir Ihr Projekt in einem kompakten Key-Player-Workshop und stellen die Steuerbarkeit in wenigen Tagen wieder her. Gesprächstermin vereinbaren.